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Trinkwasserqualität

Oltner Trinkwasser ist uneingeschränkt geniessbar

Das Trinkwasser unterliegt strengen Richtlinien und wird regelmässig geprüft. Die Grenzwerte sind in der Trink- und Badwasserverordnung festgehalten. Aktuell wird im Trinkwasser von Olten einzig der Grenzwert für den Chlorothalonil-Metaboliten R471811 überschritten. Allerdings ist diese Überschreitung humantoxikologisch unbedenklich. Somit besteht gemäss dem zuständigen Bundesamt keine Gesundheitsgefährdung; das Trinkwasser ist uneingeschränkt geniessbar. Dies wird auch durch den Solothurner Kantonschemiker bestätigt.

Chlorothalonil: Chlorothalonil ist ein Fungizid, das seit den 1970er-Jahren in der Landwirtschaft zum Schutz von Kulturen wie Getreide, Gemüse und Reben vor Pilzbefall eingesetzt wurde. Seit dem Verbot von chlorothalonilhaltigen Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2020 darf der Wirkstoff in der Schweiz nicht mehr verwendet werden. Die sogenannten Chlorothalonil-Metaboliten sind Abbauprodukte dieses Wirkstoffs. Da diese Stoffe nur langsam abgebaut werden, können sie auch heute noch im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen werden. [bafu.admin.ch], [gwv.ch] 

Der Chlorothalonil-Metabolit R471811 überschreitet lokal den gesetzlichen Höchstwert von 0,1 µg/l. Eine Überschreitung dieses Wertes bedeutet jedoch nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung. Die Trinkwasser-Höchstwerte basieren auf dem Vorsorgeprinzip und sind bewusst sehr tief angesetzt, um die Belastung mit unerwünschten Stoffen langfristig möglichst gering zu halten. Gemäss den zuständigen Behörden besteht bei einer Überschreitung keine unmittelbare Gesundheitsgefahr.

Aufgrund des seit 2020 geltenden Anwendungsverbots wird langfristig ein Rückgang der Chlorothalonil-Metaboliten erwartet. Die Entwicklung der Konzentrationen wird laufend überwacht. Untenstehende Tabelle zeigt die zuletzt gemessenen Werte.

  PW 2 - Gheid Olten  PW B - Gheid Olten PW Dellen - Trimbach *
Chlorothalonil-Sulfonsäure R417888 in µg/l 0.06 0.07 0.03
Chlorothalonil R471811 in µg/l 0.35 0.53 0.20

*) Not-Pumpwerk; derzeit nicht in Betrieb.

Nitrat: Nitrat ist eine natürliche Stickstoffverbindung und dient Pflanzen als wichtiger Nährstoff für ihr Wachstum. Deshalb wird Nitrat über Dünger (Mineraldünger, Hofdünger) durch die Landwirtschaft zugeführt. Wenn mehr Dünger ausgebracht wird, als die Pflanzen aufnehmen können, wird überschüssiges Nitrat mit dem Regenwasser ausgewaschen und gelangt ins Grundwasser.

In normalen Mengen ist Nitrat unproblematisch. Bei höheren Konzentrationen kann es jedoch im Körper teilweise zu Nitrit umgewandelt werden. Deshalb gibt es gesetzliche Grenzwerte für Trinkwasser. In der EU gilt ein Höchstwert von 50 mg/l, in der Schweiz sind es 40 mg/l.

Die Nitratkonzentration wird zweimonatlich gemessen. Sie betrug im Jahresdurchschnitt sämtlicher Messwerte 25,6 mg/l und unterschreitet den Grenzwert deutlich. Zusammen mit anderen Wasserversorgungen, Vertretern der Landwirtschaft und dem kantonalen Amt für Umwelt setzt sich die a.en in der Nitratkommission Gäu-Olten dafür ein, längerfristig einen Nitratgehalt von unter 25 mg/l zu erreichen.

  2023 2024 2025
Nitrat in mg/l 25.5 26.5 25.6

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS): PFAS sind künstlich hergestellte Chemikalien, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in der Industrie eingesetzt werden. Man findet sie zum Beispiel in Outdoor-Bekleidung, Lebensmittelverpackungen, Antihaft-Beschichtungen von Pfannen und im Feuerlöschschaum.

PFAS werden an vielen Grundwassermessstellen in der Schweiz nachgewiesen. Das Bundesamt für Umwelt (bafu.admin.ch) fand PFAS an nahezu der Hälfte der untersuchten Messstellen. In erhöhten Mengen können sich PFAS im menschlichen Körper anreichern.

Messungen werden einmal pro Jahr durchgeführt. Der Summenmesswert in unseren Pumpwerken B und C gemessenen PFAS-Verbindungen betrug 0,01 μg/l. Ein Grenzwert ist noch nicht definiert. Der in Zukunft zu erwartende Summenhöchstwert wird vermutlich 0,1 μg/l betragen.

  2023 2024 2025
PFAS TEQ9 in µg/l 0.011 0.010 0.010

Trinkwasserqualität

Die Qualität des Trinkwassers wird regelmässig durch chemische und bakteriologische Untersuchungen überwacht. Kontrolliert bzw. analysiert wird das Trinkwasser monatlich durch ein beauftragtes externes Labor, wöchentlich durch die a.en selber sowie zusätzlich risikobasiert auf einzelne Stoffe. Die Trinkwasserversorgung von Olten ist seit dem Jahr 1999 durch den Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) qualitätszertifiziert (und nach-auditiert).

Gemäss RRB 2023/1505 «Trinkwasserkontrolle im Kanton Solothurn – Aufhebung Konzept Trinkwasserkontrolle» werden alle Wasserversorgungen und Lebensmittelbetriebe gleichbehandelt, und die amtlichen Kontrollen wie vom Bund vorgegeben risikobasiert umgesetzt. Die kantonale Lebensmittelkontrolle kontrolliert deshalb seit 2024 die Wasserversorgungen mit mehr als 5000 versorgten Personen nicht mehr jährlich.

Die letztmalige Betriebskontrolle inkl. Probeentnahmen und -untersuchungen durch den kantonalen Trinkwasserinspektor erfolgte am 26. September 2023. Sämtliche Proben erfüllen bei den untersuchten Parametern die Anforderungen an Trinkwasser und bestätigen damit dessen einwandfreie Qualität. Untenstehend finden Sie beispielhaft die Resultate der Wasserproben aus den Gheid-Pumpwerken B und C sowie II und III.

Nitratkommission Gäu-Olten

Das Nitratprojekt geht in die vierte Runde

Gegründet wurde die Nitratkommission 1995. Seit 2000 läuft das Projekt, für welches der Bund dem Kanton jeweils  die Bewilligung für sechs Jahre erteilt. 2020 haben die kantonalen Ämter für Umwelt und Landwirtschaft gemeinsam mit der Nitratkommission die Verlängerung beim Bund beantragt, welche im Mai 2021 für 2021 - 2026 bewilligt wurde. Neu kommt ein Teil der Gemeinde Niederbipp dazu. Bisher umfasste das Projekt 1658 ha Land, neu sind es 2005 ha.

Nitratprojekt Gäu-Olten

Das Oltner Trinkwasser weist 2025 einen Nitratgehalt von durchschnittlich 25.6 mg/l auf. Der Grenzwert liegt bei 40 mg/l (TBDV) bwz. bei 25 mg/l (GSchV). Zusammen mit anderen Wasserversorgungen, Vertretern der Landwirtschaft und dem kantonalen Amt für Umwelt setzt sich die a.en in der Nitratkommission Gäu-Olten dafür ein, längerfristig wieder einen Nitratgehalt von unter 25 mg/l zu erreichen.

Nitratprojekt (Einzugsgebiet)

Wasserhärte

Eine gute Waschmitteldosierung ist abhängig von der Wasserhärte. Auf jeder Waschmittelpackung sind Hinweise für die richtige Dosierung aufgeführt. Dazu muss die Härte des verwendeten Wassers bekannt sein. Es werden folgende Härtebereiche unterschieden:

00° - 07° fH sehr weiches Wasser
07° - 15° fH weiches Wasser
15° - 25° fH mittelhartes Wasser
25° - 32° fH ziemlich hartes Wasser
32° - 42° fH hartes Wasser
über 42° fH sehr hartes Wasser

Die Wasserhärte in Olten und Trimbach beträgt ca. 32 - 36° fH.

Tipps Trinkgenuss

  • Trinkwasser vor dem Geniessen immer etwas vorlaufen lassen, insbesondere nach längerem Nichtgebrauch von Wasserhahnen. Dadurch wird das "stehende" Wasser in den Armaturen und Hausinstallationen verworfen.
  • Auch nach Ferien oder beim Wiederbezug von Ferienhäusern ist es ratsam, die Wasserhahnen gründlich nachzuspülen.
  • Trinkwasser soll möglichst frisch ab dem Wasserhahnen konsumiert werden, so schmeckt es am besten.
  • Trinkwasser ist ein Naturprodukt, welches viele Mineralien enthält. Ernährungsberater empfehlen, 1.5 Liter Wasser pro Tag zu trinken.
Symbolbild Wasser (Wasserglas)

Tipps Kalkablagerung

  • Warmwassertemperatur auf 60°C reduzieren

  • Vermeiden von Wasserstagnation: Beziehen Sie regelmässig aus allen Wasserhahnen Wasser. In Ferienwohnungen spülen Sie nach längerem Nichtbenutzen am Besten zu Beginn alle Leitungen gut durch. Zuerst alle Kaltwasserhahnen, dann alle Warmwasserhahnen.

  • Waschmaschine: Beachten Sie die wasserhärteabhängige Dosierungsangabe auf der Verpackung, dosieren Sie die richtige Waschmittelmenge - weiches Wasser braucht weniger Waschmittel.

  • Geräteentkalkung: Entkalken Sie die Geräte gemäss den Herstellerangaben: Kaffemaschinen: Benutzen Sie das vom Hersteller empfohlene Enthärtungsmittel. (Putz-)Essig als Entkalker ist oft zu scharf. Geschirrspüler: Entkalkungsmittel sind überflüssig. Ionenaustauscher sind in allen Geräten eingebaut, deshalb muss auch regelmässig Salz zugefügt werden.

  • Kalkablagerungen auf Armaturen und Plättli lassen sich bestens mit verdünntem Putzessig entfernen. Wartung: Eine regelmässige

  • Wartung durch den Sanitär hilft, Reparaturkosten zu sparen.

  • Tee-Tipp: TeeliebhaberInnen schätzen weiches Wasser. Aber auch hartes Wasser lässt sich mit einem kleinen Trick gut für die Teezubereitung verwenden: Man lässt das Wasser einfach zwei bis dreimal im offenen Kessel aufwallen.Dabei setzt sich der Kalk ab. Mineralwasser sollte zur Teezubereitung nicht verwendet werden, da es einen höheren Anteil an geschmackstörenden Salzen enthält. Trinkwasser ist das beste.