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Neubewertung der Sachanlagen führt zu einmaligem Jahresergebnis 2020

26.04.2021

Die Jahresrechnung 2020 der Städtischen Betriebe Olten (sbo), über welche das Gemeindeparlament im Mai befindet, weist einen Gewinn nach Verzinsung von rund 76,7 (Vorjahr 3,5) Mio. Franken aus. Ursache für das in dieser Höhe einmalige Ergebnis ist Neubewertung der Sachanlagen bzw. die Auflösung stiller Reserven in der Höhe von 76,3 Mio. Franken.

Das Betriebsergebnis (EBIT) fällt mit 5,2 Mio. Franken in vergleichbarer Höhe wie Budget und Vorjahr aus. Die Verzinsung des Dotationskapitals gegenüber der Einwohnergemeinde konnte wie schon 2019 um 0,5 Mio. Franken gegenüber den Vorjahren erhöht werden.

Der tiefere Betriebsertrag gegenüber dem Budget ergibt sich vor allem aus den tieferen Umsätzen im Geschäftsbereich Erdgas/Biogas/Wärme durch das tiefe Preisniveau. Der zum Ertrag überproportional gesunkene Betriebsaufwand ist ebenfalls auf den Geschäftsbereich Erdgas/Biogas/Wärme zurückzuführen. Die höher ausgefallenen ordentlichen Abschreibungen sind auf die höheren Restbuchwerte und längeren Abschreibungsdauern auf Grund der Neubewertung der Sachanlagen zurückzuführen.

Schlussendlich resultiert ein um 0,8 Mio. Franken höheres Betriebsergebnis (EBIT) gegenüber Budget. Auf Grund einer Anpassung der Verbuchungsmethodik der a.en-Dividenden fiel das Finanzergebnis unter Budget aus. Beim ausserordentlichen Ergebnis konnten Rückstellungen gebildet bzw. und aufgelöst werden. Zusätzlich wurde die einmalige Auflösung der stillen Reserven auf den Sachanlagen unter dem ausserordentlichen Ergebnis verbucht. Nach der unveränderten Verzinsung des Dotationskapitals kann auf Grund des hohen ausserordentlichen Ergebnisses ein Jahresgewinn über Budget und auch über dem Gewinn des Vorjahres in einmaliger Höhe ausgewiesen werden.

Neuauslegung OR-Rechnungslegung / Neubewertung Sachanlagen

Die Informationsbedürfnisse der Öffentlichkeit sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Innerhalb des Gemeindeparlaments wurde zusätzlich der Wunsch einer Offenlegung der unter OR gemäss dem Vorsichts- und Stetigkeitsprinzip gebildeten stillen Reserven laut. Der Stadtrat hat den Verwaltungsrat der sbo daher beauftragt, die Höhe der vorhandenen stillen Reserven sowie die Möglichkeit einer Anpassung der Bilanzierungspraxis an die betriebswirtschaftliche Bewertungsbasis zu prüfen.

Die sbo haben im vergangenen Geschäftsjahr diese Überprüfung der stillen Reserven vorgenommen. Die Überprüfung wurde mit Unterstützung von externen Spezialisten durchgeführt und die Revisionsstelle hat für die Jahresrechnung per 31. Dezember 2020 ein uneingeschränktes Prüftestat abgegeben. Basierend auf diesen Grundlagen haben sich die sbo entschieden, für den Jahresabschluss per 31. Dezember 2020 rückwirkend den Bestand der stillen Reserven vom 01. Januar 2020 auf dem Anlagevermögen in der Höhe von 76.3 Mio. Franken einmalig erfolgswirksam aufzulösen. Mit dieser Anpassung der Bilanzierungspraxis unter OR soll der Ausweis der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (in Anlehnung an «True and Fair View») verbessert und damit die Transparenz erhöht werden. Gleichzeitig geben die sbo damit die vorsichtige Bilanzierung in Bezug auf das Anlagevermögen auf und nehmen künftig höhere Schwankungen der Ergebnisse in Kauf. Die Neubewertung der Anlagen stellt dabei gleichzeitig eine korrekte Ausgangsbasis für die künftige Teilbesteuerung der sbo ab 1. Januar 2021 sicher.

Das buchwertige Eigenkapital erhöht sich dadurch im selben Betrag, die ausgewiesene Eigenkapitalquote steigt von rund 56% auf neu rund 74%. Es handelt sich dabei um einen nicht liquiditätswirksamen, einmaligen Buchgewinn im Unternehmensergebnis 2020. Der Unternehmenswert der sbo bleibt dabei unverändert. Die Grundlagen der Tarifberechnungen und damit die Tarife für Strom, Gas/Wärme und Wasser sind von dieser Buchwertkorrektur nicht betroffen. Mit diesem Schritt wird jedoch die Aussagekraft der Rechnungslegung erhöht.

Nachhaltig investiert, z.B. Grundwasserpumpwerke 2 und 3 wieder «wie neu»

Die Nettoinvestitionen betrugen 9.3 (Vorjahr 9.6) Mio. Franken. Bei der Elektrizität wurde nebst dem Ausbau der öffentlichen LED-Beleuchtungen vor allem in Trafostationen, Mittelspannungsleitungen, Niederspannungsleitungen sowie drei neue Photovoltaikanlagen investiert. Dadurch konnte auch das Bürgerbeteiligungsmodell «OltnerSolarstrom» erfolgreich weiter angeboten werden. Im Bereich Gas-/Wärmeversorgung wurden vor allem Erneuerungsinvestitionen vorgenommen, indem einerseits Grauguss- und Duktilgussleitungen ersetzt wurden, und andererseits eine bisher unterirdische Bezirksreglerstation (Dampfhammer) durch eine oberirdische ersetzt wurde. Die Preisentwicklung im Gas erlaubte es, den Anteil Biogas im Standardprodukt für die Kundinnen und Kunden ohne Kostenfolge sukzessive auf 25 % zu erhöhen.

Das Wasserleitungsnetz wurde auf einer Länge von 2.7 km saniert. Die bereits im Vorjahr begonnene Komplettsanierung der aus dem Jahr 1947 stammenden Grundwasserpumpwerke 2 und 3 konnte wie geplant abgeschlossen werden, sodass diese beiden Pumpwerke wieder „wie neu“ sind und noch lange der Trinkwasserförderungen dienen werden.

Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 125.9 % bzw. 208.0 % und die Schuldenabnahme 2.4 Mio. bzw. 10.0 Mio. Franken je nach – traditioneller oder operativer – Cashflow-Betrachtung.

3.8 Mio. Franken Bar- und Sachleistungen

Zugunsten der Einwohnergemeinde erbrachten die sbo folgende Bar- und Sachleistungen:

in Tsd. CHF 2020 2019 2018 2017
Verwaltungskostenbeitrag 360 360 360 360
Verzinsung Dotationskapital 1480 1480 980 980
Konzessionsgebühren 1518 1600 1601 1569
Investitionen öffentliche Brunnen 0 0 0 0
Unterhalt öffentliche Brunnen 132 167 167 202
Wasser öffentliche Brunnen 192 156 133 140
Montage / Demontage Weihnachtsbeleuchtung 88 108 92 112
Total 3770 3883 3363 3323

 

Im Jahr 2020 bezahlte die a.en zudem 64'000 Franken an Steuern zuhanden der Einwohnergemeinde. Ab 1. Januar 2021 werden auch die sbo als öffentlich-rechtlich selbständiges Unternehmen erstmals steuerpflichtig sein.

sko